Aufgaben

Aufgabenstellung und Organisation der BDP-Fachgruppe „Gefährdungsbeurteilung der arbeitsbedingten psychischen Belastung“ (FG GB psych. Belastung)

Anlass

Auf der gesetzlichen und untergesetzlichen Ebene, in den Gremien der GDA und den interessierten Kreisen zeichnen sich für den Berufsstand der Psychologinnen und Psychologen Entwicklungen ab, die man auch ohne zu optimistisch zu sein als positiv bewerten kann, vorausgesetzt alle davon potentiell betroffenen Psychologen engagieren sich und stärken diese auf fachpolitischer Ebene.

Auch was die institutionelle und rechtliche Seite der Gefährdungsbeurteilung betrifft, ist einiges an Dynamik in der Fachpolitik. Zurzeit wird die Diskussion darüber reaktiviert, ob es eine sogenannte Anti-Stress-Verordnung möglichst bald geben sollte (Beispiel Äußerungen des NRW-Arbeitsministeriums oder des Bundestagsantrags von Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE). Hier wird es nötig sein, dass die Fachgruppe Positionspapiere erarbeitet. (Zur Information: Der entsprechende Gesetzesentwurf liegt seit einigen Jahren in den Schubladen des Bundesrates und kann jederzeit im Gesetzgebungsverfahren forciert werden, denn Gesetzesvorhaben des Bundesrates fallen nicht unter die Regeln der Diskontinuität der Bundestagsgesetzgebung, das heißt nur die Gesetzesvorhaben des Bundestages sind mit dem Regierungswechsel hinfällig).

Ab nächstes Jahr beginnen Evaluationsstudien zu dem sogenannten Kernprozess der GDA, in dem jährlich 12.000 Betriebe durch Arbeitsschutzbehörden und Unfallversicherungsträger geprüft werden sollen (2,5 Tage Aufwand pro Betrieb, 10 – 15 % davon auch mit einer Zweitrevision).

Und vieles mehr.

Das alles kann nicht allein von einem Mitglied des Vorstandes der Sektion Wirtschaftspsychologie geleistet werden, sondern muss von einer „Expertengruppe“ des BDP erarbeitet und in der Fachöffentlichkeit vertreten werden. Arbeitsschutz ist in unserem föderalistischen System „Ländersache“, heißt: Bundesgesetze mit allgemeinen Rechtsbegriffen, werden in den Bundesländern durchaus unterschiedlich umgesetzt und gelebt. Diese zu gründende Fachgruppe muss also auch mit Mitgliedern aus allen Bundesländern besetzt sein, die gute Verbindungen mit dem BDP-Landesvorstand und den Regionalgruppen der Sektion Wirtschaftspsychologie eines Bundeslandes haben.

Aufgaben der BDP-Fachgruppe

  • Erarbeitung diverser Positionspapiere und Stellungnahmen zu (fach-)politischen Vorgaben und der gelebten Praxis aus fachpsychologischer Sicht,
  • Analyse des Anbietermarktes im einschlägigen Feld und Erarbeitung von Empfehlungen die Grundlage für die Auswahl von Akteuren, Beratern und Beratungsorganisationen sein sollten,
  • Sammeln der landesspezifischen Umsetzungen und Aktivitäten zur Gefährdungsbeurteilung und der Integration in das BGM,
  • Vorträge und Teilnahme an Podiumsveranstaltungen, wenn es um Themen von psychischer Gesundheit und Arbeitswelt geht
  • Networking mit potentiellen fördernden Multiplikatoren und kritischem Diskurs mit Kritikern der BDP-Positionen in den eigenen Bundesländern oder Regionen

Voraussetzungen der Mitglieder der Fachgruppe

  • Eigene praktische Erfahrungen mit der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen zur psychischen Belastung nach §5 und §6 des Arbeitsschutzgesetzes (direkt und/oder als Mitglied eines Steuerkreises). Die Teilnahme an dem einschlägigen Seminar der DPA des BDP ist sicherlich für die Arbeit in der Fachgruppe sehr förderlich, aber reicht ohne Praxis als freiberuflicher oder angestellter Berater von Beratungsorganisationen, Betrieben oder öffentlicher Institutionen nicht aus. Nicht Voraussetzung ist, dass gute oder beste Praxis als Referenz gegeben ist, das ist unter den gegebenen Bedingungen nur selten und in Ansätzen möglich, sondern dass Vertrautheit mit allen Hemmnissen und Stolpersteinen etc. aus eigener Erfahrung vorliegt.
  • Bereitschaft, ehrenamtlich für den BDP ohne Erstattung von Reisekosten und Unterkunft an der Fachgruppe teilzunehmen. Ggf. kann bei der jeweiligen BDP-Landesgruppe um Unterstützung angefragt werden. Übernahme aber dann, wenn das Mitglied einer Fachgruppe im Auftrag (der Fachgruppe) des BDP Vorträge zum Thema hält oder an Podiumsgesprächen teilnimmt (Voraussetzung: der Veranstalter übernimmt das nicht) oder für die Fahrt zu Gesprächen mit an der Aufgabenstellung der Fachgruppe interessierten Kreisen, Gremien, Institutionen etc. um „Überzeugungsarbeit“ zu leisten.

Arbeitsaufwand

Zwei eintägige Sitzungen im Jahr und zwischendurch arbeitsteilig in Unterarbeitsgruppen Telefonkonferenzen und Rundmails sowie die Ausarbeitung und Überarbeitung von Arbeitspapieren. (Zwischen-)Ergebnisse werden dann in die Plenarsitzungen eingebracht, diskutiert und verabschiedet.

Ort der Sitzungen

  • Die konstituierende Sitzung findet im Haus der Psychologie in Berlin statt.
  • Dann sollten die Sitzungen reihum an den Wohn-/Arbeitsorten der Teilnehmer stattfinden. Angestrebt werden sollte, mit dem ersten Tagesordnungspunkt eine kurze Selbstdarstellung der Arbeit seitens der Einladenden/ Organisierenden der Sitzung (Beratungstätigkeit und – wenn möglich - eine Fallvignette zu einer Fragestellung der eigenen Konzepte, Vorgehensweisen und Erfahrungen mit Gefährdungsbeurteilungen und ihrer Integration in das BGM.

Leitung

  • Leitung der Fachgruppe: Dr. Simon Hahnzog,
  • bei Verhinderung: stellvertretend ein Mitglied aus der Fachgruppe, vorzugsweise eine Leiterin/ein Leiter einer Arbeitsgruppe.
  • Leitung von landesbezogenen Projekten der Fachgruppe: ein Mitglied der Fachgruppe aus dem entsprechenden Bundesland in Kooperation mit der Landesgruppe des BDP.
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